Die WDR-Lokalzeit zu Besuch beim Lauftreff-Decksteiner Weiher.
Stirn- oder Taschenlampen stören eher, weil sie entgegenkommende Läufer blenden. Manchem seiner Träger wird vom tanzenden Lichtkegel sogar übel. Weil Stirnlampen überflüssig sind, wirken sie ohnehin angeberisch. Hier verrät sich der Anfänger, der den „Extremsportler“ mimt. Im Lauftreff Decksteiner Weiher sind deshalb Stirnlampen verpönt.
Die Laufstrecke ist eben, hat nur einige sehr moderate Steigungen und keine Hindernisse. Bei Dunkelheit wählen wir eine Strecke über breite, gut einsehbare Wege. Erfahrene Läufer weisen Neulinge gerne ein.
Grundsätzlich laufen wir in der Gruppe. Neben dem Plus an Sicherheit liegt der trainingstechnische Vorteil darin, dass man mehr auf den Lauf- und Atemrhythmus achtet. So erlernt man spielerisch, gleichmäßig zu laufen und mit seinen Kräften zu haushalten. So erwirbt man nebenbei die Ausdauer für längere Läufe.
Auch langsamere Läuferinnen und Läufer bleiben bei uns nie unbegleitet, selbst wenn ihnen einmal die Puste ausgeht. Ohnehin warten alle Läufer am Ende der Laufstrecke im Ziel aufeinander und beenden den Lauf mit gemeinsamen Dehnübungen unter der Laterne am Geißbockheim.
In einer Reportage der „Lokalzeit“ vom 18. Dezember 2008 berichtete der WDR über das Laufen im Dunkeln. Der Lauftreff Decksteiner Weiher bietet allen, die auch in der dunklen Jahreszeit auf das Laufen nicht verzichten möchten, eine Alternative zum öden Sportstadium bei Flutlicht oder dem entnervenden Jogging auf laternenbeschienenen Bürgersteigen. Insbesondere sportliche Frauen nehmen im Winter das Angebot zum Lauf in der Gruppe gerne an, weil es einem die Furcht vor Übergriffen nimmt. Und für alle Teilnehmer gilt: Man überwindet in der kalten und nassen Jahreszeit seinen inneren Schweinehund einfach leichter, wenn man sich den regelmäßigen Lauftreff als Pflichttermin setzt, nämlich nach dem Motto: „Weil die anderen auch da sind, kann ich nicht fehlen.“
Der Drehtermin mit dem Kamerateam des WDR hat allen Läuferinnen und Läufern viel Spaß gemacht. Mehrfach mussten wir an der Kamera vorbeijoggen und dabei ganz natürlich wirken. Für viel Gelächter sorgte dabei, daß wir auf Anweisung im Zeitlupentempo traben mussten, weil uns ansonsten die Kamerafrau nicht hätte folgen können. Im Film sieht es dagegen ganz normal aus. Mehrfach gedreht werden mussten auch die Interviews – teils wegen Versprechern, teils weil es paradoxerweise beim Dreh vor allem an einem fehlte: Licht.
Deshalb wurde kurzerhand der eine oder andere Läufer eingespannt, um Batterien zu tragen und zusätzliche Scheinwerfer hoch zu halten. Gedreht wurde außerdem im Schein der Lichter des Geißbockheims. Selbst für die höchst lichtempfindliche Kamera waren die Wege im Park einfach zu düster.
Was schließlich im Fernsehen unterhaltsam in knapp fünf Minuten dargestellt war, dauerte in Wirklichkeit jeweils zwei Stunden an zwei Abenden. Spaß hat es aber letztlich allen gemacht, wie auch der Entschluss des Redakteurs zeigt, in Zukunft bei uns mitzulaufen.
Lauftreff Decksteiner Weiher - Weil es zusammen mehr Spaß macht